|
Ich setze mich sehr gerne zwischen Stühle.
Ich säge an dem Ast, auf dem wir sitzen.
Ich geh durch die Gärten der Gefühle,
die tot sind, und bepflanze sie mit Witzen.
Erich Kästner (Kurzgefasster Lebenslauf)
Wenn
die Welt in der man anfängt zu leben, klein ist; wenn das aufregendste
vor der Tür die Straße ist um fortzufahren, dann werden die Worte, die
man hat, zu Welten. Man spielt mit ihnen, wirft sie in die Luft, sieht
ihnen beim Fliegen zu oder baut sie wie Klötze zu immer neuen Sätzen
und Bedeutungen. Worte werden zu Freunden, man kann sich mit ihnen
verstecken oder mit ihnen fliehen, sie sind „Zeitgenossen, haufenweise“
(Kästner). Pe Werner, Jahrgang 1960, sagt heute, dass Worte schon als
kleines Kind ihr Spielzeug waren. Als Kind Dresdner Eltern in Odenwald
im Neckartal aufgewachsen, stand schon im Wohnzimmer immer ein
aufnahmebereites Tonbandgerät des Vaters. „Mein Vater nahm alles auf,
im Fernsehen die Tanzmusik von James Last und uns Kinder, wenn wir
Geschichten erzählten“, erzählt sie, „schon mit drei Jahren konnte ich
Märchen auf sächsisch zitieren, ich hatte die Begabung, mir viele
Wörter merken zu können.“
Mit 14 kamen zu den Wörtern
die Träume dazu, Träume sich der Welt mitzuteilen, „ich spielte vor dem
Spiegel Sängerin zu sein mit einer Haarbürste als Mikrophon in der
Hand.“ Im Radio entdecken ihre Ohren zum ersten mal die Songs der
Beatles, mit 15 „habe ich mir eine Gitarre erbettelt und Unterricht bei
meiner Schullehrerin genommen.“ Songs, Lieder, Zeilen wurden sozusagen
zur Grundnahrung Pe Werners Denkens, „als ich knappe drei Akkorde auf
der Gitarre konnte, habe ich angefangen, ein Lied zu schreiben.“ Und
auch das erste Licht der künstlerischen Welt sah Pe Werner schimmern –
auf der Bühne des Schultheaters. „Die Jahre auf dem Gymnasium waren für
mich die schwersten und die wichtigsten.
Ich lernte zu denken, zu
werten und zu widersprechen und diese ganze Persönlichkeit die ich
wurde, konnte ich auf der Bühne ausspielen.
Eigentlich hatte ich meine
Bestimmung gefunden.“…
Official Website
|